Der Weg ist das Ziel. Heißt es. Stimmt aber nicht. Wieso sollte ich sonst schon drei Tage unterwegs gewesen sein, bevor ich das erste Mal richtig in die Pedale treten konnte? Los ging es am 28. Juli. Um 13 Uhr, eine Stunde nach dem Ende meiner letzten Klausur in Freiburg, bestieg ich den InterCity Richtung Norden. Schon im Dämmern in Uelzen angekommen, folgte ein 10km Radsprint zum Haus meiner Mutter. Früh am nächsten Morgen holte mich mein Vater dort ab002_Autofahrer und wir fuhren den ganzen Tag Auto. Schon nach den ersten paar Kilometern auf den ziemlich guten polnischen Straßen mussten wir die erste Aussage unseres Reiseführers revidieren: Nein, die Polen fahren NICHT besonnen und ohne Hetze Auto. Sie fahren rücksichtslos stetig 30 km/h über dem Tempolimit und überholen auch wenn es gar nicht mehr geht.
Früh morgens ging es weiter. Per Rad zum Bahnhof und von dort mit dem Zug über Slupsk und Gdansk nach Tczew. Am Nachmittag dann die erste kleine Radtour. Über die Weichsel immer Richtung Marienburg (Malbork), auf dem kürzesten Weg, durch Schlamm und Gebüsch. Schon war der erste Kontakt zu den Polen aufgebaut, wir mussten nämlich unsere Räder und das Gepäck erst einmal reinigen. Kurz später erreichten wir dann endlich Marienburg und somit Ostpreußen. Der Campingplatz war schnell gefunden und dort gingen wir bis morgens nicht mehr weg.
Die Nacht verbrachten wir bei Alex und seiner Familie in einem Bauernkaff in der Nähe von Miastko, mitten in Pommern. Mit riesiger Gastfreundschaft wurden wir empfangen, bekamen eine wunderschöne Nachtunterkunft, ein tolles Essen, und das, obwohl wir uns gar nicht kannten und eigentlich auch keine gemeinsamen Bekannten haben. Aber das ist eine Geschichte für sich.

















